In die seit langem stockenden Planungen zur sogenannten Y-Trasse im Korridor Hamburg/Bremen – Hannover kommt endlich Bewegung. Die Deutsche Bahn AG präsentierte in der letzten Woche Alternativvorschläge, die für mehr Kapazität auf der Schiene sorgen und gleichzeitig die Themen Lärm- und Umweltschutz in den Vordergrund stellen sollen. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU) begrüßt den Vorstoß: „Die Planungen zur Y-Trasse werden aufgrund der hohen Kosten vermutlich nicht umgesetzt. Ich bin froh, dass nun Alternativen vorliegen, weil wir nach 20 Jahren der Planung endlich zu einem Ergebnis kommen müssen.“

Die Y-Trasse wurde ursprünglich geplant, um u.a. die Anbindungen der Seehäfen für den Güterverkehr zu verbessern und hätte vor allem die Wedemark betroffen. Zusätzlich hätte eine Tangente für Güterverkehr von Isernhagen durch Burgwedel und Burgdorf gebaut werden müssen, um den Mega-Hub Lehrte erreichen zu können. „Damit wären vier Kommunen meines Wahlkreises erheblich belastet worden“, kommentiert Hoppenstedt.

Der Abgeordnete favorisiert zwei gemeinsam zu realisierende Optionen: Den Neubau der Strecke Ashausen – Suderburg durch die Heide sowie zusätzlich den Ausbau der als „Amerikalinie“ bezeichneten Ergänzungsstrecke von Langwedel nach Uelzen. „Der große Vorteil insbesondere der Amerikalinie ist, dass ca. 70 Güterzüge pro Tag nicht mehr über den Mega-Hub in Lehrte und durch die Region Hannover geführt werden müssen. Damit entfiele auch eine befürchtete zusätzliche Belastung von Burgdorf“, so Hoppenstedt. Während die Bahn die Kosten auf jeweils 1,4 Mrd. Euro schätzt, rechnet Niedersachsens Verkehrsminister Lies, ebenfalls Befürworter der Amerikalinie, mit Kosten von 200 Mio. Euro. „Die Kosten liegen vermutlich irgendwo in der Mitte und sind damit deutlich günstiger als die Y-Trasse“, vermutet Hoppenstedt. Da bei den beiden Optionen Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden müssen, ist mit einer Realisierung frühestens in 15 Jahren zu rechnen.

Um zeitnäher Güterverkehr aus Bremen besser ableiten zu können, könnte die Strecke Nienburg – Wunstorf mit neuen Signalanlagen so ertüchtigt werden, dass eine höhere Zugtaktung möglich wäre. „Dabei ist mir wichtig, dass im Bedarfsfall der Lärmschutz in Wunstorf deutlich verbessert werden muss, um die Anwohner bestmöglich zu schützen“, stellt der Bundestagsabgeordnete klar.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Zugeordnete Dokumente

Pressemitteilung vom 19. Februar 2014

124 KB