Im Februar schlug der Entwurf zur Änderung des Naturschutzgesetzes für mehr Insektenschutz hohe Wellen. Auch Christiane König vom Gutshof Bestenbostel bewegte das Thema und wandte sich an den Bundestagsabgeordneten und Staatsminister Dr. Hendrik Hoppenstedt, der sich bei einem Besuch auf dem Gutshof den Fragen stellte. Besondere Sorge bereiten König die zukünftigen Regelungen für die zu ihrem 130 ha großen Hof gehörenden FFH-Flächen an Gewässern und Landschaftsschutzgebiete.

„Der Berufsstand der Landwirtschaft genießt in meiner Fraktion hohe Anerkennung. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe versorgen uns täglich mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Gleichzeitig sind die gesellschaftlichen Anforderungen an die Produktion hinsichtlich Tierhaltung, Düngereinsatz und Insektenschutz gestiegen“, so Hoppenstedt.

Das Insektensterben habe viele Ursachen, ganz sicher nicht nur die Landwirtschaft alleine. Für die Umsetzung von mehr Insektenschutz wurde jetzt eine gemeinschaftliche Lösung erreicht, die weitestgehend Verbote und Ordnungsrecht ausschließt. Fast alle Landwirte wollen mehr für den Naturschutz tun, was aber auch finanziell honoriert werden muss.

Noch im Juni beschließt der Bundesrat über die Pflanzenschutzanwendungs-verordnung. In dieser Sitzungswoche stimmt der Bundestag über die Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes ab. Beide Gesetze fördern den Insektenschutz. Ein Verbot zum Einsatz der Pflanzenschutzmittel wird es danach nur bei FFH-Grünland- und Naturschutzflächen geben und selbst dort gibt es Ausnahmetatbestände, die die Bundesländer zulassen können. Der Fokus läge aber auf der Schaffung von Anreizen, wenn Landwirtinnen und Landwirte mehr für den Insektenschutz tun wollen.

„Klar ist, dass das Engagement der Landwirtschaft für den Insektenschutz honoriert werden muss. Es kann nicht sein, dass die Familienbetriebe wirtschaftliche Einbußen erleiden, wenn diese die gesellschaftlichen Erwartungen erfüllen. Deshalb wird es einen fairen finanziellen Ausgleich für die Landwirtinnen und Landwirte geben“, unterstreicht Hoppenstedt.

Zum Gutshof Bestenbostel gehören neben den Ackerbauflächen noch 40 ha Wald, den König nachhaltig bewirtschaftet. Mit ihren Pächtern hat die Fachagrarwirtin Vereinbarungen zur Bodenschonung getroffen, damit auch nachfolgende Generationen ihre Existenz sichern können. Sie hält den Niedersächsischen Weg für eine gute Strategie, um mehr Naturschutz zu erreichen ohne das Einkommen von landwirtschaftlichen Familien zu gefährden.

Das sieht auch Hoppenstedt so: “Der Niedersächsische Weg besitzt Modellcharakter für Deutschland. Erstmalig wird dem Naturschutz und den Interessen der Landwirtinnen und Landwirte gleichermaßen Rechnung getragen. Die Gesetzesvorhaben des Bundes zum Insektenschutz berücksichtigen ländereigene Initiativen wie in Niedersachsen. Uns ist wichtig, dass der gesellschaftliche Kompromiss, der auf Kooperation statt Konfrontation, auf Anreize statt auf Ordnungsrecht und vor allem auf die Wertschätzung der Landwirtschaft setzt, ohne Einschränkungen umgesetzt werden kann.“

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