Auf einer gut besuchten Diskussionsveranstaltung des Landvolks Hannover in Osterwald diskutierte der Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt mit Landwirten die Planungen zur SuedLink-Trasse in der westlichen Region Hannover. Etwa 70 Mitglieder nutzten die Gelegenheit für den Austausch mit dem Staatsminister.

Landvolk-Vorsitzender Dr. Holger Hennies und sein Kollege Volker Hahn bekannten sich zum Erfordernis der Stromleitung im Rahmen der Energiewende, sehen aber besonders für die Landwirte negative Folgen im Hinblick auf die Ertragsfähigkeit ihrer Böden. Unzufrieden sei das Landvolk vor allem mit den vorgesehenen Entschädigungsregelungen für Ackerflächen.

Hoppenstedt verwies dazu auf die kürzlich vom Bundeskabinett beschlossene Novellierung des Gesetzes zur Beschleunigung des Energieleitungsbaus (NABEG), das jetzt eine deutliche Anhebung der Entschädigungsleistungen beinhaltet. So werde die Entschädigung auf 35 Prozent anhand des Verkehrswertes für die Einräumung einer Grunddienstbarkeit erhöht. Im parlamentarischen Verfahren ist darüber hinaus Konsens erzielt worden, den Beschleunigungszuschlag auf 75 Prozent der Dienstbarkeitsentschädigung anzuheben.

Zusätzlich stehe Grundeigentümern umfangreicher Schadensersatz für Ernteausfälle, Mindererträge und Forstschäden zu. Hoppenstedt versprach, das Anliegen der Landwirte, die Beweislast für die Schäden auf den Vorhabenträger zu übertragen, in der anstehenden parlamentarischen Beratung der NABEG-Novelle zu thematisieren.

Die Bauausführung wird im gesamten Prozess, auch während der Bauvorbereitung, von externen Bodenkundlern begleitet. „Die bodenschonende Bauweise und die bodenkundliche Begleitung kann auch schon Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens sein“, betont Hoppenstedt.

Um den Flächenverbrauch so gering wie möglich zu halten, werde aktuell diskutiert, Kompensationsmaßnahmen auf FFH-Gebiete zu beschränken. Das würde der wichtigen Forderung der Grundeigentümer Rechnung tragen, den landwirtschaftlichen Flächenverbrauch z.B. für Ausgleichsmaßnahmen im Naturschutz zu begrenzen.

Er habe großes Verständnis für die Landwirte, die wegen möglicher Auswirkungen der Gleichstromleitung auf ihre Böden beunruhigt sind, betonte Hoppenstedt, zumal andere Themen wie etwa die Düngeverordnung Sorgen bei den Landwirten auslösen. Umso entscheidender sei es, im Gespräch zu bleiben für einen ausgewogenen Interessensausgleich. Veranstaltungen wie diese leisteten dazu einen wichtigen Beitrag.

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