Wie leben und arbeiten Frauen in der Landwirtschaft? Welchen Belastungen sind sie ausgesetzt, und wie gehen sie mit den gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen an ihren Berufsstand um? Damit beschäftigt sich eine große, bundesweite Studie, die Bundesministerin Julia Klöckner in Auftrag gegeben hat. Ziel ist, die soziale und wirtschaftliche Situation von Frauen auf dem Land zu untersuchen und einen Einblick in ihre tatsächliche Arbeits- und Lebenswelt zu geben. Die Untersuchung wird vom Thünen-Institut in Braunschweig und der Universität Göttingen durchgeführt. Der Deutsche LandFrauenverband ist Kooperationspartner.

Der Bundestagsabgeordnete und Staatsminister Dr. Hendrik Hoppenstedt motiviert Frauen aus landwirtschaftlichen Betrieben, sich unter dem folgenden Link an der Studie zu beteiligen: https://www.frauenlebenlandwirtschaft.de/uc/2020.
Die Untersuchung richtet sich an Betriebsleiterinnen, Geschäftsführerinnen, mitarbeitende Familienangehörige oder Angestellte. Aber auch Frauen, die auf einem Hof leben, können mitmachen, ebenso wie Altenteilerinnen und ehemalige landwirtschaftliche Beschäftigte. Die Umfrage läuft noch bis Mitte April dieses Jahres.

„Ich weiß aus vielen Gesprächen und von Hofbesuchen in meinem Wahlkreis, dass Landwirtinnen in ihrem Arbeitsalltag hohe Mehrfachbelastungen durch Beruf, Familie und Ehrenamt zu bewältigen haben. Sie üben ihren Beruf mit enormer Leidenschaft aus und entwickeln viel Kreativität, um den Familienbetrieben ein zweites Standbein zu verschaffen. Ob es um die Direktvermarktung der Erzeugnisse geht, ein Hofcafé oder Angebote für Kitas und Schulen, es sind meist die Bäuerinnen, die ihre Betriebe mit neuen Ideen breiter aufstellen“, berichtet Hoppenstedt.

Umso wichtiger sei es, Leben und Arbeiten der Bäuerinnen sichtbar zu machen und danach zu fragen, welche Themen, Wünsche und Sorgen sie bewegen. Von den persönlichen Erfahrungen erhoffe sich die Politik wichtige Hinweise, wie die Belange von Frauen in der Landwirtschaft zukünftig noch stärker in den Blick genommen und gefördert werden können, erläutert Hoppenstedt den Hintergrund des Forschungsprojektes.

„Es geht auch darum, die Vielfalt der Lebensentwürfe von Frauen in der Landwirtschaft abzubilden und ihren Forderungen mehr Wahrnehmbarkeit und Raum zu geben. Die Landwirtschaft gehört in die Mitte unserer Gesellschaft. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sorgen für qualitativ hochwertige Lebensmittel. Gleichzeitig müssen sie ständig steigende Produktionsanforderungen erfüllen und sind häufig pauschaler Kritik ausgesetzt. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Familien. Es ist gut, dass mit dieser Studie die Frauen jetzt besonders in den Fokus genommen werden“, betont Hoppenstedt abschließend.

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