In akuten Notfällen werden Patienten im Krankenhaus (KRH) Neustadt bestens versorgt. Das erfuhren der Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt und der Landtagsabgeordnete Sebastian Lechner bei einem Informationsbesuch.

Die vor drei Jahren vorgenommene Unterteilung in die Zentrale Notfallaufnahme (ZNA) und die Notfallpraxis der kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) habe sich bewährt, berichtet der ärztliche Direktor Dr. med. Markus Holtel. Die ärztliche Notfallpraxis öffnet außerhalb der Sprechzeiten niedergelassener Ärzte und sorgt für eine erhebliche Entlastung der ZNA. Hervorzuheben sei das große Engagement der Ärzteschaft, die Sprechzeiten verlässlich zu besetzen. Das sei längst nicht an allen Standorten in der Region Hannover der Fall.

Pro Woche versorgt die ZNA etwa 400 Patienten, durchschnittlich sind das 60-70 Fälle pro Tag. Problematisch bleiben die häufig langen Wartezeiten, die für Patienten und Personal gleichermaßen belastend seien. Ursachen hierfür sieht Holtel in der unzureichenden Facharztversorgung im Einzugsbereich, durch viele ältere Patienten der benachbarten Alten- und Pflegeheime und die Nähe zur Psychiatrie Wunstorf.

„Hier müssen wir noch besser werden“, sind sich Hoppenstedt und Lechner einig. „Es braucht kluge, praktikable Ansätze, die ambulante, stationäre und rettungsdienstliche Notfallversorgung im Sinne einer integrierten Notfallversorgung zu verzahnen. Das Bundesgesundheitsministeriums hat dazu bereits gute Vorschläge auf den Weg gebracht.“

Wichtig ist das KRH Neustadt auch als Anlaufstelle für Opfer von sexualisierter und häuslicher Gewalt, die sich entweder an die ZNA oder direkt an die Frauenklinik wenden können. Als Partnerklinik des Netzwerkes Pro Beweis dokumentiert das KRH seit 2018 anonym und verfahrensunabhängig die Tatspuren, die in einem möglichen späteren Prozess als rechtssichere Beweismittel zugelassen sind. Bei sexueller und häuslicher Gewalt fällt es Opfern häufig schwer, die Täter unmittelbar nach der Tat anzuzeigen. Erfolgt der Schritt zu einem späteren Zeitpunkt, sind Tatspuren meist nicht mehr nachweisbar und es steht Aussage gegen Aussage. Entwickelt wurde das standardisierte Verfahren zur anonymen Beweissicherung von der Medizinischen Hochschule Hannover. Inzwischen gehören dem Netzwerk 40 Partnerkliniken in ganz Niedersachsen an.

„Angst und Scham nützen nur den Tätern. Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, brauchen Ermutigung und Unterstützung, das Erlebte zu verarbeiten und im Prozess als Zeugin zu bestehen. Deshalb ist das niedrigschwellige Angebot von Pro Beweis hier vor Ort in Neustadt so wichtig“, sind Hoppenstedt und Lechner überzeugt.

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