Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt nahm auf Einladung mehrerer ambulanter Pflegedienste am Runden Tisch „Pflege“ in Langenhagen teil. Teilnehmer waren der Ambulante Pflegedienst Silke Eichler, der Pflegedienst Sonja Vorwerk-Gerth und der Nordhannoversche Pflegeservice.

Die Pflegedienste berichteten zu Beginn über das große Problem der Gewinnung von Fachkräften. Es sei schwierig, die einzelnen offenen Stellen vor Ort zu besetzen. Aus Sicht der Pflegedienste müsse die Politik die Rahmenbedingungen ändern, damit kein „Pflegenotstand“ entstünde. Um die Notlage vor Ort zu entspannen, schlugen sie vor, auf der einen Seite die Fachkraftquote kurzfristig etwas zu senken. Dadurch könnten sie auf der anderen Seite mehr Pflegehelfer einstellen, um im Ergebnis die Pflege für Menschen gewährleisten zu können. Die Fachkraftquote besagt inhaltlich, dass Betreiber von Pflegeeinrichtungen 50 Prozent Pflegefachkräfte vorhalten müssen. Pflegefachkräfte haben eine dreijährige Ausbildung zum/zur examinierten Altenpfleger/in absolviert.

Hendrik Hoppenstedt führte aus, dass die Große Koalition im Bereich der Pflege in dieser Legislaturperiode bereits viele Vorhaben auf den Weg gebracht hat. Mit dem im Deutschen Bundestag im Juni beschlossenen "Fachkräfteeinwanderungsgesetz“ können beispielsweise Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern in Zukunft einfacher und schneller zum Arbeiten oder zur Ausbildung nach Deutschland kommen. Ziel des Gesetzes ist es, dem Mangel an Fachkräften in Deutschland entgegenzuwirken, wodurch auch die Pflege profitieren wird.

Um die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen für Pflegekräfte darüber hinaus spürbar zu verbessern, wurde vor einem Jahr die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen. Zusammen mit den Ländern, weiteren Bundesressorts und den relevanten Akteuren der Pflege werden innerhalb kürzester Zeit konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Pflege erarbeitet.

Als eine Maßnahme starten zum 1. Januar 2020 die neuen Pflegeausbildungen. Ihre Einführung wird begleitet durch die „Ausbildungsoffensive Pflege“, die die Zahlen der Auszubildenden und der ausbildenden Einrichtungen bis zum Jahr 2023 im Bundesdurchschnitt um jeweils zehn Prozent steigern soll. Darüber hinaus sollen auch mindestens 5000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und -helfern eingerichtet werden.

Hendrik Hoppenstedt versprach, dass er die Idee der Pflegedienste, die Fachkraftquote kurzfristig zu senken, mit dem Bundesgesundheitsministerium besprechen werde. Man müsse jedoch trotz aller Personalnot darauf achten, dass es zu keiner dauerhaften und flächendeckenden Absenkung des Qualifikationsniveaus in Deutschland komme.

„Es ist wichtig, dass wir die Situation der Pflege spürbar verbessern. Das geht nur mit mehr Personal, einer besseren Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen. Den politischen Rahmen haben wir dafür in dieser Legislaturperiode geschaffen. Jetzt gilt es mit Hochdruck daran zu arbeiten, unsere gesammelten Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen“, so Hendrik Hoppenstedt.

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