Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hat heute ein Horrorszenario skizziert, wonach bei SuedLink drei Mastreihen erforderlich werden könnten. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt kritisiert dies als „unseriöse Panikmache“, die jegliche Akzeptanz für SuedLink bei den Bürgern zerstöre. „Wie soll die Politik eigentlich noch komplizierte Infrastrukturprojekte auf den Weg bringen, wenn selbst Minister der niedersächsischen Landesregierung, die eigentlich der Energiewende verpflichtet sein sollten, mit derartigen Aussagen jegliche Glaubwürdigkeit der Befürworter von SuedLink und damit der Energiewende zerstören? Diejenigen Bürger, die von SuedLink betroffen sein könnten und ohnehin schon dagegen kämpfen, erhalten durch die Aussage Meyers ihren Adelsschlag.“

Bislang hat die Bundesnetzagentur den SuedLink nur mit zwei Leitungen bestätigt, die zudem beide auf einer einzigen Mastreihe geführt werden sollen. Alles was darüber hinausgehe, sei Zukunftsmusik. Man muss sich genau ansehen, auf der Grundlage welcher Annahmen die Übertragungsnetzbetreiber zu welchem Ausbaubedarf kommen und was davon realistisch ist. Derzeit sieht die Bundesnetzagentur zu den auf einem Gestänge geführten zwei Leitungen keinen zusätzlichen Bedarf. Die von Meyer betrachteten Varianten fußen einmal auf der Grundlage, welchen Bedarf wir in 20 Jahren bei gleichem Zubau erneuerbarer Energien haben bzw. welchen Bedarf wir in zehn Jahren, bei sehr schnellem Zubau erneuerbarer Energien, der die im EEG festgelegten Ausbauziele deutlich überschreitet, haben. Beide Szenarien sind nach derzeitigem Stand sehr unrealistisch.

Selbst wenn es aber zu einer zusätzlichen Leitungsnotwendigkeit käme, führt das Bündelungsgebot alleine ganz bestimmt nicht dazu, dass diese Leitung dann parallel zu SuedLink verläuft. Vielmehr sind viele andere Planungsfaktoren zu berücksichtigen, die selbst nach den Aussagen von TenneT einen Parallelverlauf als „unwahrscheinlich“ erscheinen lässt.

Die Forderung Meyers, den gesamten SuedLink in Erdverkabelung zu führen, ist genauso unrealistisch, weil dieses die Strompreise massiv in die Höhe treiben würde. „Auch ich setze mich allerdings für eine möglichst großzügige Erdverkabelung ein, um konkrete Konflikte lösen zu können“, so Hoppenstedt.

Am 5. Mai 2015 wird die Bundesnetzagentur zum Netzentwicklungsplan in Hannover einen Informationstag durchführen. Bis zum 15. Mai 2015 kann jedermann zum Entwurf der Netzentwicklungspläne Stellung nehmen.

„Ich fordere den Landwirtschaftsminister auf, eine Stellungnahme abzugeben“, so Hoppenstedt. „Es kann nicht sein, dass die Grünen im Bund den schnellen Netzausbau fordern, in den Ländern und vor Ort mit zum Teil absurden Argumenten dagegen arbeiten. Es wäre doch eine Selbstverständlichkeit, dass insbesondere aufgrund der Forderungen von Ministerpräsident Weil nach mehr Offshore-Windkraft im Norden die Landesregierung einmal erklärt, wie sie denn zu welchen realistischen Kosten den Netzausbau vorantreiben will.“

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Pressemitteilung vom 10. April 2015

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