„Im kürzlich veröffentlichten Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 ist ein Aus- und Neubau der Bahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld vorgesehen, der bei manchen Anwohnern für Verunsicherung sorgt. Auch Wunstorf ist von den Planungen betroffen“, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt.

Das Gesamtprojekt besteht aus mehreren Teilabschnitten, auf denen entweder bestehende Trassen erweitert oder ganz neue Streckenabschnitte gebaut werden sollen. Südlich von Wunstorf, von Letter bis nach Lindhorst, ist der Neubau einer zweigleisigen Bahntrasse angedacht. Dadurch soll der Fernverkehr an Wunstorf vorbeiführen und für eine Entlastung im Stadtgebiet sowie für eine Fahrtzeitverkürzung sorgen. „Gleichzeitig könnte es in anderen Teilen des Gesamtprojekts zum Bau von Streckenabschnitten kommen, die weit von den bereits bestehenden Trassen entfernt liegen. Einige Anwohner befürchten daher, dass ihre wohnortnahe Umgebung zerschnitten werden könnte. Weshalb die niedersächsische Landesregierung das Projekt für den BVWP angemeldet hat, ist mir insoweit unverständlich. Die Deutsche Bahn AG hatte ihrerseits auf eine Projektanmeldung verzichtet“, so Hoppenstedt.

Dennoch sei es insbesondere in Wunstorf nicht angebracht, ein Schreckensszenario zu skizzieren: „Es handelt sich beim BVWP lediglich um einen Entwurf, der keinen Gesetzescharakter besitzt. Noch kann man schlecht einschätzen, ob der Neubau des Teilabschnitts für Wunstorf insgesamt mehr Vor- oder Nachteile bietet. Eine tatsächliche Planung existiert jedoch noch lange nicht. Der in der Projektbeschreibung skizzierte Trassenverlauf ist auf jeden Fall nicht in Stein gemeißelt und kann noch verändert werden.“

Gemeinsam mit der Stadt Wunstorf wird Hoppenstedt das Projekt in den nächsten Wochen genau analysieren und über mögliche Lösungen diskutieren. Eine Alternative um die Region insbesondere vom Schienenverkehr zu entlasten, stellt möglicherweise der Bau der sogenannten „Kasseler Kurve“ dar, die als Projekt ebenfalls im BVWP 2030 enthalten ist und über ein außerordentlich gutes Nutzen-Kosten-Verhältnis verfügt. Weil durch dieses vergleichsweise günstige Bahnprojekt Teile des Güterverkehrs aus dem Ruhrgebiet über weit weniger belastete Gebiete südlich um das Ballungsgebiet Hannover geführt werden könnten, hält Hoppenstedt eine genaue Prüfung dieser Variante für sinnvoll.

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Pressemitteilung vom 22. April 2016

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